Unsere Philosophie

Wir sind der Meinung, dass Hunde (insbesondere aber Huskys) in allererster Linie andere Hunde brauchen. Der Husky ist – anders als viele andere Hunde, die über Generationen hinweg zu Begleitern des Menschen gezüchtet wurden, ein ausgesprochenes Rudeltier.IMG_2538

Ein intaktes Rudel mit eingespielten Sozialstrukturen vermittelt vor allem unsicheren und ängstlichen Hunden eine Sicherheit, die ihm kaum ein Mensch bieten kann. So haben wir in der Vergangenheit auch immer wieder Huskys aus Notsituationen aufgenommen, die den Kontakt zu Menschen bislang nicht kannten und im Verhalten eher einem Wildtier, als einem domestizierten „Haushund“ ähnelten. Mit unseren anderen Hunden als Therapiepartner ist es uns jedes Mal wieder gelungen, eine gemeinsame Vertrauensbasis aufzubauen. Nachdem Hunde mit derartigen Vorgeschichten ihren Platz im Rudel gefunden haben, lautet die Zauberformel: Zeit. Wir bieten ihnen immer wieder Gelegenheiten, sich uns zu nähern, zu beschnuppern, uns zu beobachten, aber den Zeitpunkt für Körperkontakt bestimmt der Hund – und es zahlt sich aus! Die dann gewonnene Vertrauensbasis ist echt, geht tief und wird dann in relativ kurzer Zeit auch auf andere Menschen übertragen, so dass Besuchern diese Hunde unter den anderen nicht mehr auffallen, da sie ebenso anhänglich, verschmust und unvoreingenommen auf jeden zugehen.

 

Zu einer art- und tierschutzgerechten Unterbringung der Huskys zählen für uns auch immer große abwechslungsreiche Ausläufe, die eher an einen Tierpark erinnern. Unseren 30 Huskys stehen zur Zeit ca. 1800m² aufgeteilt auf fünf unterschiedlich große Ausläufe zur Verfügung. Da sich das Gelände in einem Wald befindet, haben die Hunde immer genug Schatten. Die Rudel werden so aufgeteilt, dass jeder Hund die Möglichkeit hat, sich in eine eigene Hütte zurückzuziehen. Obwohl Huskys ja als ausgesprochenen Rudelkuscheler bekannt sind und nicht selten mit zwei, drei oder mehr Hunden in einer Hütte schlafen, ist es wichtig, jedem Hund einen Rückzugsort anzubieten. In den Gehegen gibt es die unterschiedlichsten Unterkünfte: Einzelhütten, Doppelhäuser, Etagenwohnungen, Sandsteinhöhlen und ein kleines Strohhotel als Gruppenunterkunft.

IMG_5720Huskys sind außerdem Arbeitstiere, was nicht bedeutet, dass sie weniger Aufmerksamkeit, Liebe oder Fürsorge benötigen, sondern lediglich heißt, dass sie eine echte Aufgabe und körperliche Auslastung brauchen. Erst wenn sie ihren Bewegungsdrang voll ausleben können, werden sie zu den freundlichen, liebenswerten und ausgeglichenen Tieren, die sie in ihrem Herzen sind – anderweitig ist es die Hölle! Dieses Wesensmerkmal eines Huskys wird leider immer wieder stark unterschätzt, so dass wir regelmäßig von verzweifelten Huskyhaltern kontaktiert werden. Daher unser Apell an dieser Stelle: Schaffen Sie sich nur dann einen Husky an, wenn Sie wirklich bereit sind, bei Wind und Wetter, Tag täglich mit dem Hund zu joggen oder zu fahren – gemeint sind dabei aber nicht nur 4 oder 5 Kilometer … Ihnen sollte bewusst sein, dass Sie für die nächsten zwölf bis vierzehn Jahre jemanden an Ihrer Seite haben werden, der Sie immerzu fordert.

Wir trainieren die meisten unserer Huskys vor dem Rollwagen in Gespannen von 6-12 Hunden pro Team, mit einigen unserer Hunde fahren wir aber auch ausschließlich mit dem Dogscooter, weil sie z.B. Behinderungen haben (taub, blind), altersbedingt nicht mehr mit den jungen Hunden mithalten können oder wir nutzen ihn für Therapiemaßnahmen. Mit dem Dogscooter haben wir die Möglichkeit, uns ganz individuell den Hunden anzupassen, die aus dem einen oder anderen Grund nicht in einem großen Team laufen können. Für uns steht immer im Vordergrund, unseren Hunden gerecht zu werden, uns ihren Möglichkeiten anzupassen und Lösungen für sie zu finden – den Leistungsgedanken gibt es bei uns nicht.